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Montag, 2. Dezember 2013

NRWTV: Verband mit Bilanzeinbruch durch Rechtsstreitigkeiten, Stephan Biermann folgt Sonja Oberem in Spitzenposition

Zwölf Tage vor dem Verbandstag in Duisburg ließ Präsidentin Sonja Oberem kurz und knapp verkünden, nicht mehr zur Wahl zu stehen. Während ihrer nur zweijährigen Amtszeit war der gesamte Vorstand des größten deutschen Landesverbandes extremen von Außen eingetragenen Belastungen ausgesetzt.

Oberem gilt oder galt als mögliche Nachfolgerin für das Amt der Präsidentin der Deutschen Triathlon Union (DTU). Sie könnte Dr. Martin Engelhardt bereits bei einer der kommenden Wahlen nachfolgen, sieht sich selbst derzeit nicht als mögliche Kandidatin. Kategorisch ausgeschlossen ist eine spätere Führungsrolle indessen auch nicht: "im Moment stehe ich aus familiären und beruflichen Gründen sicherlich nicht zur Verfügung. Ich halte Martin Engelhardt nach wie vor für die beste Wahl. Es gibt nur ganz wenige, die den Triathlonsport so gut kennen wie er." [1]

Rechtsstreit mit bundesweiter Signalwirkung

Das vergangene Jahr war geprägt von Belastungen, die vor allem auf die rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Kölner Veranstalter Jeschke & Friends zurückgeführt werden. Die damit verbundenen finanziellen Kosten von ca. 60.000 Euro führten beinah zum Kollaps und damit zur Insolvenz des NRWTV. Seine schiere Größe und strikte Sparmaßnahmen, die auf der anderen Seite aber auch zum de facto-Verlust des Essener Bundesnachwuchsstützpunktes führten, halfen ihm über die Runden. Gegen Ende des Rechtsstreites zog man auch die Gerichte auf seine Seite, denn sowohl das OLG Düsseldorf als auch das Bundeskartellamt entschieden im Sinne des NRWTV und stellten klar, dass auch kommerzielle Veranstalter sich an Regeln und Ordnungen der zuständigen Sportverbände binden müssen. Ein anderslautendes Urteil hätte weitreichende Konsequenzen über die Grenzen des Triathlonsportes hinaus gehabt. So einige privat wirtschaftende Veranstalter, auch die anderer Sportarten, standen in Lauerstellung und hätten die kostenlose Legitimation erhalten, ihre eigenen Regeln aufzustellen und monetäre Abgaben an ihre Verbände zu verweigern. [2-5]

Sport- und Abgabenordnungen allgemeiner Konsens

Dennoch riet die Justiz dem Landesverband, die Details mit kommerziellen Veranstaltern vertraglich zu regeln. Die Zeit drängte, denn der lange Schwebezustand des Verfahrens soll sogar einige Athleten dazu verleitet haben, sich bei Events von Jeschke & Friends unter falschem Namen anzumelden. Dies um möglichen Sanktionen wie die einer Wettkampfsperre auszuweichen, alle damit etwaig verbundenen versicherungsrechtlichen Konsequenzen ignorierend.
Um sich mit Uwe Jeschke zu einigen, kam das NRWTV-Präsidium diesem - für die nicht gezahlten Veranstaltungsabgaben aus den vergangenen Jahren - sehr weit entgegen. So kam man in letzter Minute überein, denn der Kompromiss wurde erst unmittelbar vor dem Cologne Triathlon Weekend Ende August bekanntgegeben.

Im Gegenzug ist der Veranstalter nun bereit, die Sport- und Abgabenordnungen während der Vertragslaufzeit zu befolgen und die sich daraus ergebenden Startgeldabgaben abzuführen. Der Vertrag gilt jeweils für ein Jahr und kann beiderseitig mit geregelten Fristen gekündigt werden. 

NRWTV bemängelt fehlende Solidarität und Unterstützung

Unterstützung durch den Dachverband erhielt man laut Vizepräsident Klemens Naber, der die Sitzung in Abwesenheit von Sonja Oberem leitete, dabei nur ungenügend. Die DTU habe sich während des gesamten Rechtsstreites allenfalls eingeschränkt nützlich gezeigt, und auch andere Landesverbände präsentierten sich nach Auffassung des NRWTV wenig solidarisch und zum Teil ohne das nötige Sachverständnis. Die aus dem Raum NRW angedrohten Sperren für Sportler, die sich bei nicht genehmigten Veranstaltungen anmelden, konnten in keiner Weise flächendeckend über die Landesgrenzen hinweg durchgesetzt werden, da die Startrechte nur vom lizenzvergebenden Landesverband eingezogen werden können.

Individuelles nicht konformes Regelwerk führt zu paradoxen Situationen

Insbesondere der für die Beobachtung und sportliche Genehmigung der NRW-Veranstaltungen zuständige Technische Leiter Hermann Claßen kritisierte die Auswüchse und Umstände des Konfliktes mit Jeschke & Friends in scharfer Form. Gegenstand waren auch die von Letzterem für seine unter dem Titel Willpower. Races zusammengefassten Ausdauersportveranstaltungen nach eigenem Belieben definierten Wettkampfbestimmungen und die eigens danach ausgebildeten Kampfrichter. Das führte bereits zu einigen Komplikationen, welche derzeit im Einspruch des Profi-Triathleten Till Schramm gegen seine Disqualifikation beim diesjährigen Köln-Triathlon gipfeln. Mit diesem muss sich paradoxerweise nun das Verbandsgericht des NRWTV beschäftigen, welcher gar keine Wettkampfrichter abgestellt hatte - Entscheidung offen. Schramm lässt sich juristisch von Dr. Sebastian John Maynard Longrée, Essen vertreten. [6, 7]

Stephan Biermann in Abwesenheit gewählt

Auch den neuen Ersten Vorsitzenden des NRWTV werden diese Angelegenheiten beschäftigen. Stephan Biermann (45) wurde aufgrund eines länger geplanten Südamerika-Urlaubs in Abwesenheit und mit nur fünf Gegenstimmen gewählt. Aktiver Triathlet ist er seit zehn  Jahren. Sportpolitisch trat er bislang nur bei seinem von ihm seit einiger Zeit geführten Heimatverein in Werne und als Kassenprüfer des NRWTV in Erscheinung. Die übrigen Präsidiumsmitglieder wurden mit teilweise einstimmigen Mehrheiten in ihren Ehrenämtern bestätigt. Udo Biege aus Düren löst Regina Klauke als neuer Schul- und Breitensportbeauftragter ab. Schatzmeister Horst-Dieter Völker präsentierte trotz der widrigen Begleitumstände einen kleinen Überschuss, der auch im laufenden und im kommenden Jahr 2014 ähnlich ausfallen soll. Nachwuchsförderung inklusive Wiederaufbau des Leistungsstützpunktes inbegriffen.

Gastbeitrag von Robert Stabrey, Pulheimer SC mit Ergänzungen von Kai Baumgartner

  1. Nrwtv.de/index.php/aktuelles/172-verbandstag-waehlt-neuen-nrwtv-praesidenten
  2. Dnf-is-no-option.com/2013/11/jeschke-friends-und-nrwtv-einigen-sich.html
  3. Nrwtv.de/index.php/aktuelles/83-mitgliederinformation-einstweilige-verfuegung-von-jeschke-friends-gegen-den-nrwtv-nunmehr-wirkungslos
  4. Nrwtv.de/index.php/aktuelles/92-mitgliederinformation-kartellbeschwerde-von-jeschke-friends-gegen-den-nrwtv-erfolglos
  5. J-and-f.de
  6. Tillschramm.com
  7. Kuemmerlein.de/anwaelte/dr-sebastian-longree.html


Mittwoch, 27. November 2013

Jeschke & Friends und NRWTV einigen sich nach Wechsel der juristischen Vertretung

Der Konflikt um Abgaben und Serviceleistungen zwischen Jeschke & Friends und dem Nordrhein-Westfälischen Triathlon Verband (NRWTV), sowie als Dachverband auch der Deutschen Triathlon Union (DTU) scheint einvernehmlich beigelegt worden zu sein. Uwe Jeschke, Inhaber von Jeschke & Friends und namentlich veranwortlich für das Cologne Triathlon Weekend, den Rheinauhafen Triathlon Köln, Green Hell Triathlon am Nürnburgring und weiteren Events hat in jüngerer Vergangenheit die Vertretung seiner Interessen anderen Rechtsanwälten übergeben. Zuvor war erkennbar, dass sich in der festgefahrenen Sache die Parteien durchaus einig werden können. Zuvor baute Jeschke auf die Zusammenarbeit mit den Anwälten Claudia Wisser und Ralf Eckert. Beide zutiefst umstrittene ehemalige Präsidiumsmitglieder der DTU traten seinerzeit nicht mehr zur Wahl an, als sich eine Wahlniederlage abzeichnete. 

Pressemitteilung Jeschke & Friends vom 27.11.2013

Jeschke & Friends und NRWTV einigen sich 
Die Tinte ist trocken. In den vergangenen Wochen haben die Verantwortlichen des Nordrhein-Westfälischen Triathlon Verbandes (NRWTV) und Veranstalter Uwe Jeschke, begleitet durch die Deutsche Triathlon Union (DTU) das künftige Miteinander einvernehmlich geregelt. Die zukünftige Zusammenarbeit zwischen dem zuständigen Landesverband und dem Veranstalter der Willpower.Races.-Serie, zu der auch das Carglass® Cologne Triathlon Weekend gehört, soll nun wieder den Triathlonsport und explizit die Kölner Veranstaltung voran bringen.
Man wolle in Zukunft wieder einen gemeinsamen Weg beschreiten, heißt es auf Seiten des Kölner Veranstalters. "Die Einigung mit dem Verband dient vor allem dem Wohle der Athleten", sagt Jeschke. "Der Veranstaltervertrag mit dem NRWTV gilt für alle nordrhein-westfälischen Events der Willpower.Races.-Serie, die in Zukunft wieder als genehmigte Veranstaltungen ausgetragen werden."
Im vergangenen Jahr wurde die Vereinbarung sehr kurz vor dem Carglass® Cologne Triathlon Weekend geschlossen, was bei einigen Athleten zu Verunsicherung geführt hatte. Unter dieses Kapitel wolle man nun endgültig einen Strich ziehen.

Pressemitteilung NRWTV vom 27.11.2013

Vertrag mit dem Kölner Veranstalter Jeschke
Der NRWTV hat mit dem privaten Triathlon-Wettkampfveranstalter Jeschke & Friends einen Vertrag hinsichtlich der von diesem in NRW angebotenen Wettkämpfen seiner Willpower.Races-Serie abgeschlossen. Die Vertragsverhandlungen wurden in Teilen von der DTU begleitet. Der Vertrag verlängert sich jährlich, wenn er nicht von einer oder beiden Seiten gekündigt wird.
Der Ausrichter Jeschke sichert dem NRWTV e.V. zu, dass die Ordnungen der DTU (Sportordnung, Anti-Doping-Regeln) und des NRWTV (Abgabenordnung etc.) bei seinen Veranstaltungen beachtet und eingehalten werden.
Der NRWTV und Jeschke & Friends gehen davon aus, dass etwaige für die Zukunft noch offene Detailfragen im Sinne der Athleten und unseres Sports gemeinsam geklärt und bearbeitet werden.

  1. J-and-f.de
  2. Nrwtv.de/index.php/aktuelles/168-vertrag-mit-dem-koelner-veranstalter-jeschke

Donnerstag, 9. Mai 2013

NRWTV setzt sich gegen Kartellbeschwerde von Jeschke & Friends durch, Einstweilige Verfügung wirkungslos


Im Konflikt zwischen dem Triathlonveranstalter Jeschke & Friends wurden Entscheidungen im Sinne des Nordrhein-Westfälischen Triathlon-Verband e.V. herbeigeführt. Dies teilt der NRWTV durch zwei Mitteilungen vom 22. April und 8. Mai 2013 auf seiner Website mit. Die Agentur Jeschke & Friends hatte durch die beauftragte Kanzlei Eckert & Wisser, vertreten durch die ehemalige DTU-Führung Claudia Wisser und Dr. Ralf Eckert eine juristische Klärung verschiedener Sachverhalte angestrebt. Der NRWTV wurde in der Kartellbeschwerde vertreten durch Dr. Torsten Uhlig und Dr. Sebastian Longrée von der Essener Kanzlei Kümmerlein Rechtsanwälte & Notare. Die Sozietät berät und vertritt auch die Deutsche Triathlon Union (DTU) in Rechtsfragen.

Mitgliederinformation: Kartellbeschwerde von Jeschke & Friends gegen den NRWTV erfolglos (08. Mai 2013)

Die Kartellbeschwerde des Veranstalters  Jeschke & Friends gegen die DTU und den NRWTV war erfolglos. Nach dem Regelwerk des NRWTV hängt die Erteilung einer Verbandsgenehmigung für Veranstaltungen generell u. a. von der Zahlung einer Veranstalterabgabe ab. Zugleich droht den DTU-Startpassinhabern nach der Sportordnung der DTU für den Fall ihrer Teilnahme an Veranstaltungen ohne Verbandsgenehmigung ein Sperre. Diese gängige Verbandspraxis hatte Herr Jeschke in seiner Kartellbeschwerde gegen die DTU und den NRWTV beanstandet. Das Bundeskartellamt hat die Eröffnung des Kartellverfahrens wegen "Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung" nunmehr abgelehnt und seine Entscheidung vor allem mit der mangelnden hinreichenden Wahrscheinlichkeit eines Kartellrechtsverstoßes begründet. Damit blieb einem weiteren rechtlichen Angriff von Jeschke & Friends gegen den NRWTV (zu der Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf vgl. Mitgliederinformation des NRWTV vom 22.04.2013) der Erfolg versagt.

Mitgliederinformation: Einstweilige Verfügung von Jeschke & Friends gegen den NRWTV nunmehr wirkungslos (22. April 2013)

Die von dem Veranstalter Jeschke & Friends gegen den NRWTV beim Landgericht Köln erwirkte einstweilige Verfügung (LG Köln, Beschluss vom 18.04.2012, Urteil vom 17.07.2012, Az. 33 O 92/12) ist nach übereinstimmender Erledigungserklärung der Parteien in der Berufungsinstanz nunmehr wirkungslos geworden. Nach der Erledigungserklärung war von dem Berufungsgericht kein Urteil in der Sache mehr zu fällen, sondern ein Beschluss über die Prozesskosten des Verfügungsverfahrens, der sich in erster Linie an dem voraussichtlichen Ausgang des Verfahrens orientiert. In diesem Beschluss  (02.04.2013, Az. IV - U (Kart) 9/13) - HIER im Volltext -, begründet das Oberlandesgericht Düsseldorf seine Auffassung, dass die vom NRWTV erhobene Veranstalterabgabe unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt zu beanstanden ist. Ausdrücklich führt das Oberlandesgericht Düsseldorf dabei aus, dass der von Jeschke & Friends gestellte Verfügungsantrag von Anfang an unbegründet war und das Landgericht Köln den Antrag daher hätte zurückweisen müssen. Nach Kenntnis des NRWTV, hat der Veranstalter Jeschke & Friends kein Klageverfahren in der Hauptsache eingeleitet. 

  1. http://nrwtv.de/index.php/aktuelles/83-mitgliederinformation-einstweilige-verfuegung-von-jeschke-friends-gegen-den-nrwtv-nunmehr-wirkungslos
  2. http://nrwtv.de/index.php/aktuelles/92-mitgliederinformation-kartellbeschwerde-von-jeschke-friends-gegen-den-nrwtv-erfolglos
  3. http://nrwtv.de/files/Beschluss_OLG_Ddorf.pdf

Dienstag, 26. Februar 2013

Mangels Teilnehmer: Green Hell Triathlon am Nürburgring fällt ins Wasser

Die für 2013 geplante zweite Auflage des Green Hell Triathlons findet mangels Teilnehmer nicht statt. Die veranstaltende Agentur Jeschke & Friends Veranstaltungsservice sieht die Insolvenz der Betreiber des Nürburgrings als treibende Kraft hinter dem zögerlichen Buchungsverhalten der Triathletinnen und Triathleten. Die Agentur zeichnet auch für den Kölntriathlon verantwortlich. Sie befindet sich seit geraumer Zeit mit dem Nordrheinwestfälischen Triathlon Verband (NRWTV) im Disput um Veranstalterabgaben.
Der Green Hell Triathlon konnte die Triathletinnen und Triathleten nach einer erfolgreichen Premiere 2012 nicht ausreichend mobilisieren. Der Veranstaler Jeschke & Friends Veranstaltungsservice zog die Reißleine und sagte den Triathlon für 2013 ab. Logo: Green Hell Triathlon

Pressemitteilung: Green Hell Triathlon 2013 fällt aus


Köln, 26. Februar 2013. Trotz gelungener Premiere im vergangenen Jahr wird der Green Hell Triathlon in diesem Jahr leider ausfallen. Der Grund sind die derzeit geringen Buchungszahlen. "Wegen der Nürburgring-Insolvenz sind mögliche Teilnehmer verunsichert", sagt Ausrichter Uwe Jeschke. "Wir haben deswegen zahlreiche Anrufe und Mails erhalten."

"Nach einer großartigen Premiere im letzten Jahr haben wir uns auf die Neuauflage mit verbesserter Streckenführung sehr gefreut." so Jeschke. Da bis jetzt nur zirka 200 Anmeldungen eingegangen sind, ist der Green Hell Triathlon in diesem Jahr leider nicht darstellbar. Damit steht die Durchführung des Sportevents in keinem Verhältnis zum erforderlichen Aufwand für Sperrungen der öffentlichen Straßen und die Bereitstellung der Sicherheitsmaßnahmen.

Um die bisher angemeldeten Athleten so weit wie möglich vor zusätzlichen Kosten für gebuchte Unterkünfte und Flüge zu schonen, wurde eine relativ frühe Deadline gesetzt. Diese ist nun erreicht und zwingt den Veranstalter zu der Entscheidung, den Green Hell Triathlon abzusagen. Das bereits gezahlte Startgeld erhalten alle Angemeldeten zu 100 Prozent zurück oder können es auf eine oder mehrere Veranstaltung der Willpower.Races.-Serie übertragen. Die Teilnehmer wurden darüber bereits schriftlich informiert.

Die Entscheidung ist allen Beteiligten sehr schwer gefallen, sie bedeutet aber nicht das endgültige Aus für einen der härtesten Triathlons in Europa. Wir arbeiten mit Hochdruck daran für 2014 eine Neuauflage des Green Hell Triathlon möglich zu machen.


[1]: Greenhell-triathlon.de
[2]: Koelntriathlon.de
[3]: Nrwtv.de

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Rechtsstreitigkeiten zwischen Cologne Triathlon und NRW Triathlon Verband binden für Modernisierung benötigte Ressourcen

Robert Stabrey kommentiert das sportpolitische Geschehen im Nordrhein Westfälischen Triathlon Verband (NRWTV) auf den Plattformen 3athlon.org oder Dnf-is-no-option.com seit Jahren. Der jüngste Verbandstag des größten Verbands der Deutschen Triathlon Union (DTU) bietet einen guten Grund diese Tradition fortzuführen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf den strukturellen Herausforderungen des Verbands und dem aktuellen Rechtsstreit mit dem Veranstalter des Cologne Triathlon Weekends, dessen juristische Vertretung die ehemalige DTU-Präsidentin Claudia Wisser übernommen hat. Der vorläufige Kulmunationspunkt dieses Disputes ist für Anfang Januar 2013 vor einem ordentlichen Gericht terminiert. Schon jetzt sei darauf hingewiesen, dass der NRWTV unter aktuellen Voraussetzungen startende Triathleten sperren kann und dies - so der Tenor des Verbandstages - mit Unterstützung der Delegierten augenscheinlich auch konsequent umsetzen wird:

Kostenintensive Streitereien vor Gericht binden derzeit wichtige Ressourcen des größten Verbandes innerhalb der DTU. Screenshot: NRWTV

Bericht Verbandstag des NRWTV in Kamen

Auf dem Verbandstag des NRWTV am 8. Dezember 2012 wurden die Vereinsdelegierten umfassend über die bislang im laufenden Rechtsstreit mit Veranstalter Jeschke & Friends (Cologne Triathlon Weekend) aufgewendeten Anwalts- und Gerichtskosten informiert. Diese beliefen sich auf bislang 41.000 EUR und man rechnet für das noch nicht beendete Jahr mit weiteren Kosten in der Größenordnung zwischen 5.000 und 10.000 EUR. Am 18. Januar 2013 soll das zuständige Oberlandesgericht (OLG Köln) über die einstweilige Verfügung gegen den NRWTV vom April in einem Revisionsverfahren erneut entscheiden. Juristisch abgesichert ist, dass der NRWTV grundsätzlich Triathleten mit einer Wettkampfsperre belegen darf, denen Verstöße gegen die DTU-Sportordnung nachgewiesen werden können.

Aufgrund der bei der Budgetierung Ende 2011 nicht erwarteten Anwaltskosten, hat sich der Verband seit August eine Haushaltssperre auferlegt. Für 2013 wird mit weiteren Gerichtskosten kalkuliert, Zuwendungen für diverse Trainingsmaßnahmen wurden gestrichen.

Präsidentin Sonja Oberem zog ein ernüchterndes Fazit ihres ersten Amtsjahres. Ihre erst Ende November gegründete Oberem Sport Service GmbH übernimmt vom NRWTV die Ausrichterrolle für den T3-Triathlon in Düsseldorf. Auf die Position des im Juli zurückgetretenen Schatzmeisters Hubert Gilgenrainer rückt nun auch mit deutlicher Mehrheit ratifiziert Horst-Dieter Völker aus Iserlohn.

Kommentar NRWTV: Die Hoffnung stirbt zuletzt


Kosten für Rechtsanwälte, Vergleiche und Gerichtsverfahren sollten normalerweise keine größeren Ausgaben im Jahresbudget eines Breitensportvereines oder Landessportverbandes sein. Beim NRWTV werden sich die diesbezüglichen Ausgaben am Jahresende auf etwa 50.000 Euro aufsummiert haben. Dies sind fast 10 % des Gesamthaushalts, zieht man die sich fast ausgleichenden Einnahmen und Ausgaben für den Düsseldorfer Citytriathlon ab.

Die ernüchternde Bilanz, welche Sonja Oberem nach einem Jahr Präsidentschaft diesbezüglich zog, kann man dabei sehr gut nachvollziehen. Die offen vorgetragene Verärgerung vieler Vereins- und Veranstaltungsdelegierter auf dem Verbandstag in Kamen sind ein Zuspruch für sie und den Vorstand, lösen das Problem aber nicht. Dieses ist der noch nicht beigelegte Rechtsstreit mit Jeschke & Friends, dem Veranstalter des seit einigen Jahren mit Cologne Triathlon Weekend (CTW) titulierten Köln-Triathlon. Der nächste Gerichtstermin wäre am 18. Januar an dem sich das OLG Köln in einem Revisionsverfahren mit der Frage beschäftigt, ob die einstweilige Verfügung gegen den NRWTV Bestand hat. Bleibt dies so, darf der Verband als Hüter der DTU-Sportordnung zwar grundsätzlich sanktionieren, sprich Athleten sperren, dies jedoch nicht im Vorfeld eines von ihm nicht genehmigten Events offen androhen und damit den Veranstaltungsmarkt beeinflussen.

Hierbei muss man dem NRWTV zunächst vorhalten, das er bei der verwaltungstechnischen Genehmigung von Veranstaltungen gemäß DTU-Sportordnung zuletzt kaum etwas maßgeblich verbessert hat. Schon vor vier Jahren wurden die sich häufenden disziplinarischen Fehltritte einzelner Athleten, Kampfrichter und Zuschauer sowie die teilweise dürftig abgewickelten Veranstaltungen von ihm selbst angeprangert. Heuer in Kamen wurde darüber geklagt, dass sich die Zustände weiter verschlimmert haben, mit tätlichen Auseinandersetzungen unter Aktiven, anwaltlichen Drohschreiben sich benachteiligt fühlender Athleten, frustrierten Kampfrichtern und desorientierten Helfern. Hätte man sich intensiver mit den schlechten Veranstaltungen und deren mangelhafter Konzepte beschäftigt und diese im darauffolgenden Jahr nur unter erfüllten Auflagen genehmigt, wäre das Preis-Leistungsverhältnis bezogen auf die Startgeldabgaben vom Landgericht Köln in erster Instanz sicher besser bewertet worden.
Der Verband und die meisten Vereinsdelegierten werfen der säumigen Jeschke & Friends den Bruch einer Vereinbarung vor, die für das Jahr 2012 mit der Neuregelung, sprich Senkung der Veranstalterabgaben getroffen wurde. Beim CTW 2011 war noch die alte 10%-Abgabe von den Startgeldeinnahmen plus Tageslizenzen angesetzt, die der Veranstalter  nicht im ganzen Betrag von vormals 30.000, später 20.000 Euro zahlen will oder kann. Auch ein allenfalls mittelmäßig wirtschaftender Veranstalter hätte mit dem Wissen der für ihn deutlich günstigeren und auch von ihm per Enthaltung nicht abgelehnten neuen Abgabenordnung wenigstens noch einmal die Zähne zusammenbeißen können – so wie er dies auch als aktiver Athlet hin und wieder tut.

Am Ende der Diskussionen in der Sportschule Kaiserau war es richtig, dass die Verbandstagsdelegierten beide Parteien darauf drängten sich zu vergleichen, und das schleunigst. Hier steht Jeschke & Friends ganz besonders unter Druck, will man verhindern, dass sich die Teilnehmerzahlen für die in 2013 geplanten Events nicht entscheidend zurückentwickeln. Eine Hängepartie für die Athleten mit vorübergehender geheimer Einigung, wie für das CTW in diesem Jahr, kann und darf es nicht mehr geben.
Für den NRWTV gilt es zu verhindern, dass die neue Abgabenordnung von anderen Veranstaltern unterlaufen wird, trotz angesprochener Besserstellung. Spätestens hier sind auch alle anderen Landesverbände betroffen, zumal ihnen die Startgeldabgaben seit diesem Jahr alleine zustehen.

Die eigentlich zu knackende Nuss schwebt jedoch über allem. Zugrunde liegt die Dimension, die der Triathlonsport mittlerweile erreicht hat. Diese schreit geradezu nach mehr Professionalität auf der Ebene der mitgliederstarken Verbände. Diese wiederum ist nur mit fest angestellten und gut ausgebildeten Mitarbeitern zu erzielen, insb. in den Teilbereichen Verwaltung, Finanzen und Recht. Zwangsläufig höhere Budgets sind die Voraussetzung dafür. Da die 16 einzelnen Landesverbände sich diese derzeit allesamt nicht leisten können, bleiben nur Zusammenschlüsse, wie von Kai Baumgartner erstmalig 2008 gefordert [1], und damit der Abschied vom Föderalismus. Ein immer wieder mal eingeworfener Vorschlag, die Landesverbände auf 4-6 Regionalverbände zu vereinen muss umgesetzt werden, sonst stirbt die Hoffnung irgendwann wirklich. Die Hoffnung dass alle wieder fair miteinander umgehen, inner- und außerhalb der Wettkämpfe.

Gastbeitrag von Robert Stabrey, Pulheimer SC

[1]: Dnf-is-no-option.com/2008/02/quo-vadis-deutsche-triathlon-union.html

Freitag, 12. Oktober 2012

Lesetipp zum Wochenende: Verbandstag des BTV - Peter Pfaff leider keine gute Wahl!

Einige interessante aber durchaus diskussionswürdige Aspekte, die die bayerischen Triathlonvereine am kommenden Samstag besprechen können listet das Blog des Mannheimer Juristen Cengiz Abdul-Rahman auf. Der ehemalige Schriftführer des Baden-Württembergischen Triathlon Verbandes (BWTV) hat nach einem länger andauernden Diskurs mit dem amtierenden Präsidenten des BWTV in seiner Doppelrolle als Wettkampfveranstalter und Verbandspräsident einen inhaltlichen Schwerpunkt seiner Veröffentlichungen auf die Besonderheiten der Abgabenpraxis für manche bayerischen und baden-württembergischen Großveranstaltungen gelegt. An dieser thematischen Kreuzung scheint sich der ehemalige Kaderathlet noch immer zu reiben. Lesen sollte der bildungshungrige Triathlet die bisher vier veröffentlichten Postings dennoch, um eine Meinung weiter auszudifferenzieren. Für die Mitglieder und Vereine im Bayerischen Triathlon Verband (BTV) sind sie Pflichtlektüre.

Donnerstag, 22. September 2011

Der FC Bayern im Triathlon, die neue feste Institution EJOT TV Buschhütten

Der Turnverein Germania Buschhütten 1885 e.V. ist ein traditioneller Verein im Siegerland. Wohl kein Außenstehender, geschweige denn eines der 661 Vereinsmitglieder hätte davon zu träumen gewagt, dass der erste in Buschhütten abgehaltene Triathlon aus dem Jahr 1987 mehr als einen kleinen regional begrenzten Boom auslösen würde. Zieht man Parallelen zum Fußball müssen das nach einem Sponsor benannte Team und der  FC Bayern München in einem Satz dicht nebeneinander fallen. Der Erfolg ist bei beiden Institutionen hausgemacht. Ist das Verschieben des Kräftegleichgewichts in der Triathlon-Bundesliga mittelfristig ein Problem für Attraktivität und Erfolg der Wertung?
Das EJOT Team Buschhütten ist in der ersten  und zweiten Bundesliga der Herren eine feste  Bank. Photo: TV Buschhütten
Bereits im vierten Jahr nach der Erstauflage des familiär und hochprofessionell durchgeführten Triathlons wird die zentrale Schnellstraße in dem schmalen von Wäldern umgebenen Tal ehemaliger Schwerindustriegewerbe freigegeben. Ein erster und wichtiger politischer Erfolg für die regionale Triathlonentwicklung. Was danach folgt räumte die Bahn frei für eine einmalige Erfolgsgeschichte, die dabei ganz bodenständig daherkommt. Welche Auswirkungen hat der mittel- und langfristige Erfolg eines Teams auf die Deutsche Triathlonliga, wenn er mit zunehmender Dominanz gelingt?

Fleiß, Integrität und Loyalität aller Beteiligten bahnen den Weg für erste sportliche Erfolge, als 1994 Stefan Balzer in den Kader des  NRWTV aufgenommen und Erhard Hofmann Westdeutscher Meister wird. Erstaunlich skandalfrei und ohne Allüren konnte das große, ehrenamtlich tätige Team um die Organisatoren Sabine und Rainer Jung, Hauke Horstmann, Marco Göckus, Ralf Schneider, Carsten Wunderlich sowie dem Vereinsvorsitzendem Volker Knuff wichtige regionale Sponsoren, wie EJOT, Siegerländer Industrieverpackung (SIV) und Krombacher hinter Veranstaltung und Teams vereinen. Der stetig wachsende Erfolg der letzten Jahre seit dem Debüt in der Bundesliga 2001 sorgt allerdings nicht nur in der Liga für Unmut und Neid.
Teammanager Rainer Jung hat zusammen mit seinem Team wahrscheinlich die wenigsten Managementfehler aller Teams der letzten Jahre gemacht. Die nächsten drei Jahre könnte die Buschhüttener Ära in der Bundesliga werden. Photo: TV Buschhütten 
„Es macht keinen Sinn mehr Talente aufzubauen, ab einem gewissen Punkt fischt sie uns Buschhütten ab“ hört man von einem Verein aus dem Rheinland, der viel Ressourcen in die Nachwuchsarbeit steckt und selbst Ambitionen in der Liga hat. Richard Gutt, Teamleiter aus Witten, die über Jahre auf Platz und Sieg in den Ligen der Damen und Herren gebucht waren, wird konkreter. „Buschhütten hat einen Kader von etwa 24 Personen. Wo soll das denn noch hinführen?“ führt er die Probleme aus, an leistungsfähige Triathleten zu kommen.
Witten, 2011 von vier verletzungsbedingten Ausfällen hart getroffen, hadert sichtlich mit der „neuen Rolle“ als Nummer 2 bei den Herren, trägt das durch viele Pleiten Pech und Pannen geprägte aktuelle Jahr aber mit sportlicher Fassung. Dabei wird die wahrscheinliche, nachträgliche Zusprechung des Meistertitels 2010 in der Affäre um Thomas Springer ein kleiner Trost für die völlig verkorkste Saison 2011 sein.

Tatsächlich könnte Buschhütten bei konservativer Kalkulation relativ leicht und selbstbewusst 2-3 Teams in die höchste deutsche Spielklasse entsenden. Neben deutschen Talenten und Stars, versammelt sich bei Starts der Buschhüttener regelmäßig eine kleine Weltauswahl, angeführt von deutschen Top-Stars –  kostenfrei ohne jedes Antrittsgeld für die Veranstalter eines Ligarennens:  Maik Petzold, Andreas Raelert, Michael Raelert, Jonathan Zipf, Brad Kahlefeldt, Frederic Belaubre, Ivan Vasiliev und Denis Vasiliev sind nur die Spitze des Eisbergs.
Zwischenzeitlich waren sie wohl alle einmal nicht nur in Buschhütten, sondern auch für Buschhütten am Start. Photo: TV Buschhütten
Ausleihen von Athleten? Nicht machbar. Durch die Präsenz in zwei Ligen und zahlreichen höherklassigen Einsätze der Top-Scorer in European Cup, Weltcup und World Series oder im Ironman Triathlon schrumpft der auf dem Papier unerschöpfliche Kader  anhand von Terminkollisionen deutlich zusammen.

Banker und Teammanager Jung fasst den momentanen Drive bei Germania Buschhütten zusammen. „Bei Erfolg arbeiten viele Vereinsmitglieder gerne ehrenamtlich mit. Wir müssen sehen, dass es so bleibt, wenn es mal nicht mehr ganz so gut laufen sollte.“ Derzeit gibt es keine Anzeichen, dass es für die selbstbewussten und streitbaren Siegerländer, die aktuell auch eine Einbindung ihres eigenen Rennens in die Bundesliga nicht fördern, nicht weitergehen sollte.

Was müssen die DTU, die mit der Ligadurchführung beauftragte Triathlon Bundesliga GmbH und anderen Vereine also tun, damit die Bundesliga nicht an sportlicher Spannung verliert?

Aktuell spielen neben Witten lediglich zwei oder drei andere Vereine in vergleichbarer wirtschaftlicher und sportlicher Klasse. Die Schere zwischen Spitze und abfallendem Mittelfeld und hinterem Drittel wird von Jahr zu Jahr größer. Tatsächlich droht der DTL durch die Buschhüttener Übermacht bei den Herren gepflegte Langeweile. Auch daher kommt, wie in guten Münchener Ligajahren der Vergleich mit dem FC Bayern.

Ein Finanzausgleich und wirtschaftliche Regulierung durch den Verband, wie bei den maßlos überschuldeten Fußballvereinen aus England oder dem FC Barcelona ist im Triathlon nicht nötig. Die anderen Vereine müssen schlicht die Qualität ihrer Arbeit in vielen Bereichen optimieren und finanziell einen wichtigen Schritt nach vorne schaffen. Sonst droht der Anschluß dauerhaft verloren zu gehen.

Der Siegerländer Erfolg ist selbstgemacht, Versäumnisse anderer Vereine können und dürfen Buschhütten nicht negativ auferlegt werden. Vielleicht kann Buschhütten auf den ein oder anderen Athleten im Kader verzichten, ihn an den erweiterten Wettbewerb oder andere Ligen ausleihen und dadurch auch den Druck vom Transfermarkt nehmen. Eine Beschränkung der Kader ist auch der einzige Ansatzpunkt, an dem die Deutsche Triathlon Union oder die Triathlon Bundesliga GmbH als Regulativ eingreifen könnten. Zwingender Bedarf für diesen Eingriff von Außen ist nicht in Sicht.

Samstag, 21. November 2009

Verbandstag NRWTV, Kampfabstimmung um Präsidentenamt – Dieter Hofmann bleibt NRWTV-Vorsitzender.

Seit 10 Jahren gibt es nun den Nordrhein-Westfälischen Triathlonverband (NRWTV). Schaut man genau diese Dekade zurück, dann schien sich die Geschichte aus dem Jahr seiner Entstehung zu wiederholen. Im März 1999 sollte der Vorstand des Westdeutschen Triathlon-Verbandes (WTV) auf einem denkwürdigen Verbandstag abgesetzt werden. Einer kleinen Gruppe Delegierter um den PV Witten gelang es damals nicht den in Kritik geratenen Vorstand zu stürzen. Zuvor verhinderten vom WTV eingesetzte Sicherheitskräfte den Einzug des damaligen DTU-Präsidenten Martin Engelhardt sowie seines Präsidiumsmitglieds Michael Kraus in den Aachener Versammlungssaal.
Dieter Hofmann ist als Präsident des NRWTV bestätigt worden. Photo: NRWTV
Genau diese beiden saßen auch 2009 in der letzten Reihe im viel zu klein dimensionierten Saal der Krefelder Geschäftsstelle des NRWTV. Das Ziel der hauptberuflichen Mediziner glich dem von 1999, doch diesmal mit den Mitteln einer demokratischen Neuwahl des Vorstandes. Kraus stammt aus Gladbeck, der in Osnabrück praktizierende Engelhardt tauchte erst vor kurzem wieder für alle sichtbar in der deutschen Triathlon-Landschaft auf. Gerade mal eine Woche war es her, dass er als neuer Präsident des Hessischen Triathlon-Verbandes (HTV) vom Vorstand kommissarisch eingesetzt und vom Verbandstag knappe 9 Tage später bestätigt wurde.

Nach dem Ausschluss des WTV aus der DTU und der Gründung des NRWTV unter Geburtshilfe Engelhardts übernahm der Krefelder Dieter Hofmann im Jahr 2000 das Präsidentenamt. Der Verbandstag 2009 sollte eigentlich der letzte für den 70jährigen sein, so hatte es der Vorstand vor zwei Jahren verkündet und auch seine Kollegen aus den anderen Landesverbänden wissen lassen.

Doch daraus sollte nichts werden. Hofmann entschied auch unter Abwägung der aktuellen Situation der DTU und den die Führung stützenden Kräfteverhältnissen unter den Landesverbänden noch einmal zu kandidieren. Unter den Augen von DTU-Präsidentin Claudia Wisser und Vizepräsident Ralf Eckert, die als Gäste angereist waren, erfolgte die Wahl in geheimer Abstimmung. Gegenkandidat war Michael Kraus, der von einer Allianz Wittener Vereine vorgeschlagen wurde. Die hatten ihr Stimmrecht durch anwesende Mitglieder auf das Maximum kumuliert. 

Nach Ermittlung der Beschlussfähigkeit war klar, dass gut noch einmal so viele Stimmen für Kraus nötig waren um ihn auf den Präsidentenstuhl zu heben. Doch das Werben geriet zur halbherzig vorgetragenen Angelegenheit. Engelhardt blieb die gesamte Zeit über ruhig, seine Motivation auf der über fünfstündigen Sitzung bis zum Ende auszuharren bleibt im Nebel. Kraus führte die Erfolge von Daniel Unger und Jan Frodeno an, die sich während seiner Zeit als DTU-Vizepräsident für Leistungssport entwickelt hatten. Er konnte aber weder ein Konzept unterbreiten noch eine eigene Mannschaft benennen. Am Ende der Präsidentenwahl standen 151:55 gültige Stimmen für Hofmann zu Buche.

Das weitere Präsidium konnte mangels Gegenkandidaten offen gewählt werden. Klemens Naber bleibt Leistungssportwart und übernimmt nun auch das Vizepräsidentenamt des zur DTU gewechselten Dierk Brandewinder. Unter seiner Regie konnten die Wettkampfleistungen der Kaderathleten in Zusammenarbeit mit weiteren Kräften gegenüber denen vergangener Jahre deutlich verbessert werden. 

Die Finanzsituation des Verbandes ist zufriedenstellend, der NRWTV ist weiterhin größter Landesverband und zählt mittlerweile über 8.000 Mitglieder, die in gut 220 Vereinen organisiert sind. Mit seinen Beiträgen finanziert er einen erheblichen Anteil des Budgets der DTU.

Dessen Führung geniest weiterhin das volle Vertrauen von Dieter Hofmann, der zugleich als Sprecher der Landespräsidenten fungiert und in dieser Rolle nicht unkritisch gesehen wird. Laut eigener Aussage sei dies der Fall solange von dort „kein dem entgegensprechender Anlass geliefert wird“. Er appellierte den amtierenden DTU-Vorstand weiter arbeiten zu lassen. Dies zumindest bis zum Verbandstag im kommenden Jahr, auf dem ein neues Präsidium gewählt wird. Bis dahin hat die DTU weiter an der Abwicklung ihrer Altlasten zu arbeiten, für die wohl noch etwa ein Jahr benötigt werde. Deren Kern ist die Klage gegen Ex-Präsident Klaus-Müller Ott, den gekündigten Geschäftsführer Jörg Barion sowie den ehemaligen Steuerberater der DTU und der in erster Instanz verlorene Arbeitsgerichtsprozess gegen den ehemaligen Geschäftsführer. 

Eine weitere wichtige Frage betrifft die Zukunft der Deutschen Triathlon-Liga (DTL). Ziel der führenden Vereine um Witten und Buschhütten ist die Selbstverwaltung und Vermarktung der Ersten und Zweiten Liga im Rahmen einer eigenständigen Gesellschaftsform. Doch was ist die DTL wirklich wert? Laut DTU-Vize Ralf Eckert nicht viel, wenngleich angeblich die Insolvenzverwaltung der Triathlon Event GmbH (TEG) derzeit einen mittleren fünfstelligen Betrag für die Rechte der DTL von der DTU einfordert. Hier besitzen die DTU und auch Mitglieder des ehemaligen Beirats der TEG inklusive Insolvenzverwaltung völlig konträre Ansichten und Verhandlungspositionen.
Vertreten eine konträre Sicht zum Sachstand der Finanzen bei der Triathlon Event GmbH als Kassenprüfer und Co.: Claudia Wisser und Ralf  Eckert aus Hallbergmoos bei München. Vorwürfe aus dem Kreis der Landesverbände bezichtigen das beruflich und privat verbandelte Paar einer unnötigen Insolvenzanmeldung aus politischen Gründen. Photo: Thomas Zöller
Eckert nutzte den Verbandstag um die Wogen ein wenig zu glätten. Ein früheres Konzept sah vor, die Liga in eine GmbH zu überführen bei dem die DTU einen Minderheitsanteil bekommen sollte. Dieser Vorschlag wurde von den Vereinen abgelehnt und anstelle dessen eine selbständige zweischichtige GmbH/GbR-Lösung favorisiert, die auch vom NRWTV kaum Unterstützung fand. Eine Existenz ganz ohne DTU-Einmischung könne nur über eine Satzungsänderung erreicht werden, womit der weitere Verlauf auch nach dieser Seite im Ausgang offen ist. Gerade diese Diskussion zeigt die mittlerweile sehr weit auseinandergehenden Interessen der Vereine auf. Ein zu einseitiges Ausrichten auf den Spitzensport konnten die NRW-Vereine im Zusammenschluss dieses Mal noch verhindern.


Gastbeitrag von Robert Stabrey

Dienstag, 1. September 2009

Deutsche Triathlon Union beendet ihre Zusammenarbeit mit der Zeitschrift triathlon des Spomedis Verlages, TRITIME neuer Partner


Die Deutsche Triathlon Union trennt sich zeitnah vom Herausgeber der Zeitschrift „triathlon“, der Hamburger Spomedis GmbH. Als Herausgeber der offiziellen Nachrichten des Spitzenverbands der Triathleten und der ihm angeschlossenen Landesverbände in Deutschland bezogen nahezu alle 20.000 Startpassinhaber regelmäßig die Zeitschrift. Die Spomedis GmbH ließ sich diesen in der deutschen Sport- und Verlagsszene in der Form einmaligen Dienst mit zuletzt jährlich über 100.000,- Euro entlohnen, konnte zuletzt aber nur noch eine kurzfristige Vertragsverlängerung erzielen.
TRITIME wird als ernsthafter Herausforderer der Triathlon-Produkte aus dem Hause Spomedis angesehen. Insbesondere die Reichweitensteigerung durch die verpflichtenden Abonnements der Startpaßinhaber der DTU heben TRITIME postiv von Triathlon (Spomedis) ab. Photo: TRITIME
Der Geschäftsführer der Spomedis GmbH, Frank Wechsel, war nach Tätigkeiten im Ehrenamt auch über Jahre für den Bereich der öffentlichen Nachrichten der DTU tätig und arbeitete auf vielen Ebenen Hand in Hand mit der Verbandsspitze. Zuletzt begleitete er intensiv den Abstieg des ehemaligen DTU Präsidenten Dr. med. Klaus Müller-Ott und den Aufstieg der beiden Nachfolger Rainer Düro und Claudia Wisser.

TRITIME - Das Triathlon-Magazin
Nachfolger für die Verbandsnachrichten der DTU soll, so haben interne Informationen und Recherchen von 3athlon.org ergeben, das Magazin „TRITIME - Das Triathlon-Magazin“ der Freiburger Sportagentur WAG’s mit Geschäftsführer Armin Schirmaier und Chefredakteur Klaus Arendt werden. Die Nachrichten der DTU und der Landesverbände sollen als „Heft im Heft“ deutlich mehr Eigenständigkeit als in Vergangenheit erhalten. Das gegenwärtig rund 4 Mal im Jahr erscheinende Magazin soll ebenfalls wie bisher gehandhabt an die Startpassinhaber der DTU verschickt werden. Es könnte zusätzlich simultan und exklusiv auf der Website der DTU zum dauerhaften kostenlosen Download angeboten werden.

Marktverzerrung präsent
An der Grundproblematik der Marktverzerrung mit der Gefahr einer de facto Monopolbildung durch eine solche Neu-Konstellation ändert sich damit wenig. Der Hessische Triathlon Verband hat im Februar 2009 zwei deutlich weitergehende Anträge in die Gremien der DTU eingebracht. Ein Fortschritt wäre die kostengünstige Übermittlung von Rennergebnissen und Verbandsneuigkeiten in der zeitgenössischen, digitalen Form im Webangebot der DTU. 

Keine öffentliche Ausschreibung
Eine offene Ausschreibung hätte einer transparenten Handlungsweise innerhalb der DTU folgend, ebenfalls wichtige Impulse und Innovationen der Bewerber nach sich ziehen können. Diese Chance wurde durch die Vergabe am grünen Tisch nicht genutzt. Claudia Wisser und Ralf Eckert gingen auf Forderungen zur Diskussion dieses Themas beim Treffen des Landespräsidenten in Kulmbach nicht ein, obwohl Klaus Arendt von TRITIME vor Ort anwesend war. Unterstützung erhielt diese intransparente Position durch Dieter Hofmann (NRWTV) und Peter Pfaff (BTV) Diese Gespräche fanden nach der Sitzung im kleinen Kreise statt.
Zeigten wie gewöhnlich kein Interesse an transparenter Entscheidungsfindung: Claudia Wisser und Ralf Eckert, gemeinsame Bereiber einer Kanzlei unter der Firmierung "Kooperation für Wirtschaft und Sport Business" (kfup.com). BTV-Präsident Peter Pfaff und NRWTV-Vasall Dieter Hofmann  deckten die geheimen Verhandlungen unter den Augen der anderen Landespräsidenten. Photo: Thomas Zöller
Rennkalender von Landesverbänden gepflegt
Unklar ist derzeit noch der Status des Online-Rennkalenders. Diese von den Landesverbänden zur Verfügung gestellten und zum Teil auch eigenhändig zeitintensiv eingepflegten Datensätze stehen 2009 noch im Internetangebot der Spomedis GmbH zur Verfügung und bedürfen der dringenden exklusiven Integration in die Internetpräsenz der DTU.

Update vom 31. August 2009, 9:45 Uhr
Die Deutsche Triathlon Union hat in einer auf den 28. August rückdatierten News mittlerweile offiziell die Kooperation mit der Zeitschrift TRITIME bestätigt und angekündigt den Online-Bereich der DTU-Website zu stärken. Damit könnten die beiden Kritikpunkte „digitale Distribution“ und „Rennkalender im Besitz der DTU“ mittelfristig zu Jahresbeginn gelöst werden. Andere Kritikpunkte stehen weiter im Raume.

Ausführlicher Kommentar: "Pressearbeit der Deutschen Triathlon Union, auf dem halben Weg in die digitale Zukunft verlaufen."
Die Deutsche Triathlon Union ist auf halbem Wege zu einer wirksamen Medienreform steckengeblieben. Positiv zu verzeichnen ist die überfällige Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Spomedis Verlag. Nicht befriedigend ist der Umstand, dass die DTU weiter Geld für die Nutzung und Weitergabe der wertvollen Adressen ihrer Startpassinhaber bezahlt. Diesen Dienst müsste sich die DTU entlohnen lassen, anstatt Gelder dafür aufzubringen.

Auf die Distribution der Verbandsneuigkeiten in einem Printmedium kann aus Aktualitätsgründen leicht neben entsprechenden Artikeln auf der Website zu Gunsten kompakter und attraktiv-interaktiver elektronischer Medien wie PDF oder Rich Media Applikationen mit Adobe Flash oder Microsoft Silverlight Technologie verzichtet werden. Zusätzlich muss den Anträgen des HTV* (eingereicht von Kai Baumgartner, 3athlon.org e.V. und auf dem Verbandstag des HTV mehrheitlich verabschiedet) folgend der Bereich Presse- und mediale Lobbyarbeit professionell besetzt werden.

* HTV Antrag #1: Pressearbeit, DTU-Magazin und Verbandsmittteilungen als PDF oder in vergleichbaren Formaten und HTV Antrag #2: Änderungsantrag bzgl. DTU-Startpass und Zeitschrift triathlon.